BIN DAS ICH (oder nicht?)
von Anna
Bin das ich, oder nicht? Und bin ich das nicht? Diese Frage kommt nicht einmal, nicht zweimal, sondern immer wieder. Manchmal einfach so, manchmal fragen mich auch andere Menschen, zum Beispiel in einem Vorstellungsgespräch: „Erzähl mal kurz was von dir. Wer bist du?“ Und dann frage ich mich immer und immer wieder: Wer bin ich überhaupt? Ich weiß mein Alter, meinen Namen und wo ich wohne. Also ja, das bin ich. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich mich selbst noch gar nicht richtig kenne. Jeden Tag bin ich ein bisschen anders. Bei der einen Person bin ich ruhig, bei der anderen laut. Mal bin ich offen, mal halte ich mich zurück. Und das passiert oft automatisch, ohne dass ich wirklich darüber nachdenke. Aber irgendwann frage ich mich, was davon eigentlich echt ist. Es fühlt sich an, als hätte ich nicht nur ein Gesicht, sondern tausende. Und keines davon ist komplett falsch, aber auch keines fühlt sich komplett richtig an. Dann gibt es diese Momente vor dem Spiegel. Man schaut sich an und denkt sich: Bin das ich oder nicht? Weil man sich zwar sieht, aber sich irgendwie trotzdem nicht richtig erkennt. Und man fragt sich nur so: Hä, warum fühlt sich das so fremd an? Und dann kommen noch die Stimmen von außen dazu. Zu dünn, zu dick, zu laut, zu leise, zu viel, zu wenig. Und ich denke mir nur so: Bro, ihr widersprecht euch doch selbst, merkt ihr das nicht? Aber trotzdem werden diese Dinge irgendwann zu eigenen Gedanken und man fragt sich nur noch, was man eigentlich falsch macht. Gerade durch Social Media wird das nicht viel einfacher. Man sieht so viele Menschen, so viele „perfekte“ Bilder, die ein „perfektes“ Leben zeigen. Und obwohl ich mir die ganze Zeit einrede, dass das nicht die ganze Realität ist, vergleicht man sich trotzdem. Und plötzlich fühlt man sich selbst irgendwie nicht richtig. Also stehe ich da, irgendwo zwischen all diesen tausenden Versionen von mir, und stelle mir immer wieder die gleiche Frage: Wer bin ich eigentlich? Aber vielleicht gibt es darauf gar keine klare Antwort. Vielleicht bin ich nicht nur eine Sache. Vielleicht bin ich einfach ganz viele Dinge gleichzeitig. Und vielleicht ist genau das der Punkt. Dass ich mich nicht auf eine Version von mir festlegen muss. Dass ich mich verändern darf. Dass ich nicht perfekt sein muss, um einfach ICH zu sein. Ich weiß nicht genau, wer ich bin. Noch nicht. Aber vielleicht ist es okay, das nicht zu wissen. Auch wenn ich mich immer wieder frage: Bin das ich (oder nicht?)